The Gleason Works

 

Geschichte von The Gleason Works

William Gleason, geb. am 4. April 1836 kommt im Alter von 15 Jahren mit seiner Mutter und seinem Bruder von Borrisokane, County Tipperary in Irland, nach Amerika. Er macht eine Mechanikerlehre in den Maschinenfabriken von Asa R. Swift und I. Angell & Sons und arbeitet während des Bürgerkriegs in der Colt-Waffenfabrik in Hartford im Staat Connecticut.

Nach seiner Rückkehr nach Rochester 1865 eröffnet William Gleason eine eigene Maschinenfabrik, die sich zu The Gleason Works und letztendlich zu der Gleason Corporation AG entwickelt. Ursprünglich wird in seiner Firma eine Reihe von Metallbearbeitungswerkzeugen und -maschinen hergestellt, mit einem Schwerpunkt auf Drehbänken und Hobelmaschinen.

1874 erfindet William Gleason die erste Kegelrad-Wälzhobelmaschine.

Diese Entwicklung markiert den Anfang einer neuen Industrie – der Kegelrad-Industrie - und eröffnet der Welt neue Möglichkeiten für die Übertragung von Bewegungskräften.


Als Erinnerung an William Gleason und Würdigung seiner Leistungen wurde 1931 am Eingang der Gleason Works eine Bronzeplatte angebracht, die sich noch heute an diesem Platz befindet. Seine Persönlichkeit wird auf einer Inschrift zur Geltung gebracht:

EIN MEISTERLICHER HANDWERKER, AUSGESTATTET MIT EINEM UNBEUGSAMEN WILLEN, DEM GEIST DER UNABHÄNGIGKEIT UND EINER WEITREICHENDEN VISION, DER EINE NEUARTIGE WERKZEUGMASCHINE SCHUF UND DER DIESE FIRMA GRÜNDETE AUF DEN IDEALEN VON SERVICE UND FAIRNESS


Der ursprüngliche Standort von The Gleason Works ist bei Brown's Race, hoch am Ufer des Genesee-Flusses, an dessen Ufer zu dieser Zeit fast alle industriellen Aktivitäten angesiedelt sind. Heute ist dieser Ortsteil unter dem Namen High Falls bekannt und ist ein historischer Distrikt. Der heutige Standort der Gleason Works in der University Avenue wird 1904 gekauft, das erste Gebäude 1905 errichtet. Schon 1911 überlastet die stark ausgeweitete Geschäftstätigkeit des Unternehmens den verfügbaren Platz bei Brown's Race so stark, dass die Entscheidung gefällt wird, das gesamte Unternehmen in die heutige University Avenue zu verlagern.

In den jungen Jahren des Unternehmens arbeiten drei der vier Kinder Gleasons in dessen Werkstatt. Die Älteste, Kate Gleason, beginnt im Alter von elf Jahren, ihrem Vater bei der Buchhaltung zu helfen. Später geht Kate auf die Cornell University

für ein Ingenieurstudium und war die erste Frau in der Geschichte der Universität in diesem Feld. Bevor Kate ihren Abschluss ablegen kann, wird sie jedoch von ihrem Vater widerstrebend heimgerufen, da ihre Hilfe in der Firma benötigt wird. Obwohl sie damals sehr enttäuscht war, sagt Kate später, dieser zum damaligen Zeitpunkt ungeliebte Schritt sei eine versteckte Fügung gewesen, da sie dadurch die Möglichkeit hatte, das Werkzeugmaschinengeschäft von der Pieke auf zu lernen. Sie wird zum Hauptbuchhalter des Unternehmens und ist mit 25 Jahren Vertriebsleiterin. Jahre 1893 reist Kate mit 27 Jahren per Dampfschiff allein nach Europa und sichert Aufträge für Gleason Maschinen in England, Schottland, Frankreich und Deutschland. 1917 ist sie die erste Frau, die als Mitglied in die American Society of Engineers aufgenommen wird.

James und Andrew Gleason folgen ihrer Schwester zum Studium nach Cornell und letzlich in das Unternehmen. Andrew C. Gleason, dessen Interesse hauptsächlich dem Zahnrad-Design und Produktionsabläufen im Unternehmen gewidmet ist, führt das Unternehmen als Vize-Präsident bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1934. Seinen hervorragenden Fähigkeiten und Beiträgen in der Entwicklung immer besserer Kegelradmaschinen, Herstellungstechniken und Sozialpartnerschaft ist es zum Großteil zu verdanken, dass das Unternehmen heute eine herausragende Stellung einnimmt. James E. Gleason stirbt im Alter von 94 Jahren in seinem Büro.

Heute konzentriert sich die Gleason Corporation ausschließlich auf ein einziges Geschäftsfeld. Die Hauptgeschäftstätigkeiten sind das Design, die Herstellung und der Vertrieb von Maschinen und Zubehör zur Produktion von zylindrischen und kegeligen Zahnrädern. Das Unternehmen bietet ein vollständiges Produktprogramm für kegelige Verzahnungen. Kegelräder übertragen Kraft in einem Winkel, zum Beispiel von einer Antriebswelle zur Hinterachse eines Fahrzeugs. Auch zur Bearbeitung zylindrischer Verzahnungen bieten wir ein umfangreiches Angebot an Maschinen, Werkzeugen und Dienstleistungen.

Anwendungen für Zylinderräder beinhalten Getriebe von Fahrzeugen mit Frontantrieb, Flugzeug-Turbinen oder Schiffsmotoren. Die Hauptkunden des Unternehmens sind in der KFZ- und LKW-Industrie zu finden, die in der Regel für etwa 75% des jährlichen Umsatzes verantwortlich ist. Andere Industriezweige der Kundschaft sind Luftfahrt, Baugewerbe, Landwirtschaft und Seefahrt. Unsere Märkte sind weltweit gesteckt: Historisch gesehen werden 2/3 unseres jährlichen Umsatzes durch Kunden außerhalb der USA erbracht. Die Produktionstätten der Gleason Corporation befinden sich in Deutschland, und Indien sowie in den USA. Service- und Vertriebsbüros sind weltweit in einem dichten Netz präsent. 

Mai 2004